Konkurrent für Stahl

VESTAMID® NRG in der Gasindustrie

2004 wurde mit VESTAMID® NRG ein neuer PA12-Typ auf den Markt gebracht, der die Anforderungen von großen Gasrohren mit einem Außendurchmesser von bis zu 300 mm erfüllt: Das Material hält Drücken bis 18 bar Stand und ist damit für Verteilungsleitungen und Industrieanschlüsse geeignet. Seit Dezember 2015 ist es in der Technischen Prüfgrundlage des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches e.V. (DVGW) erfasst: Kunststoff-Rohrleitungssysteme in der Gas- und Wasserverteilung; GW335-A6: Rohre aus PA-U 160 und PA-U 180 sowie zugehörige Verbinder und Verbindungen.

Materialvorteile

Vollkunststoff-Rohre aus PA 12 haben gegenüber Stahl mehrere Vorteile: Die Kunststoffrohre sind wickelbar, sodass etwa 150 bis 200 Meter auf eine Rolle passen. Stahlrohre hingegen haben eine maximale Länge von 18 Metern, da sie sonst nicht mehr mit dem Lkw transportiert werden können. Bei Kunststoffrohren sind daher wesentlich weniger Schweißnähte bei der Verlegung erforderlich. Damit reduzieren sich Installationszeit und Installationskosten.

Darüber hinaus ist die Wartung weniger aufwendig, da kein kathodischer Korrosionsschutz (Permanentstrom oder „Opferanode“) notwendig ist. Durch die einfachere Montage, die leichtere Handhabung und die geringeren Wartungskosten liegen die Systemkosten mit PA 12 deutlich unter denen von Stahl.

Die Rohrleitungssysteme aus VESTAMID® NRG bieten eine Erhöhung der allgemeinen Betriebsdrücke um 25 % im Vergleich zu ähnlichen Hochdruck-Kunststoffmaterialien. Sie sind

  • Widerstandsfähig und haltbar
  • Korrosionsbeständig
  • Beständig gegen schwere Kohlenwasserstoffe

Sie zeigen

  • Hohe Beständigkeit sowohl gegen langsames Risswachstum (Slow Crack Growth, SCG) als auch gegen schnelle Rissfortpflanzung (Rapid Crack Propagation, RCP)
  • Verbesserte Installationseffizienz
  • Problemlose Funktion

Inzwischen sind bereits eine Reihe von kommerziellen Versorgungsleitungen aus VESTAMID® NRG in den Regelbetrieb übergegangen. Von dieser Erfahrung profitieren Rohrhersteller und Installationsfirmen. In Deutschland erfolgte die Erstinstallation im Juli 2017 in Beckum, NRW (160 mm SDR 11, 16 bar). Seit 2005 führten globale Projekte nach Brasilien, Kolumbien, USA und Indonesien mit Rohrdurchmessern von 90 bis 160 mm SDR 11 und SDR 13,6 und 14 bis 16 bar.

Eine Gasleitung taucht ab

Eine 4,6 km lange Unterwasserleitung aus VESTAMID® NRG versorgt seit Ende 2016 die Einwohner der Insel Tierra Bomba vor der Karibikküste Kolumbiens mit Erdgas. Informationen zum gesamten Projekt zeigt das Video.

Transport von Biogas aus Deponie

22 km lang erstreckt sich die Gasleitung seit Ende 2017 in Fortaleza, Brasilien, die das entstehende Methan aus einer Deponie in die Stadt transportiert.

Pa 12 gegen Bagger

VESTAMID® NRG Gasleitungen sind beständig gegen Beschädigung durch Baumaschinen und andere äußere Einflüsse.

Wissensportal für Kunststoffrohre

Wipo.KRV

Das wipo.krv ist ein wissenschaftlich-technisches Informationsportal vom Fachverband der Kunststoffrohr-Industrie

Verlegevorteile

VESTAMID® NRG Rohrleitungssysteme wurden weltweit nicht nur in verschiedenen Böden und Klimazonen verlegt, sondern auch mit unterschiedlichen Schweißtechniken und Verlegeverfahren. Auch grabenlose Verlegung ist möglich. Die Vorteile sind

  • Konventionelle Verbindungsmethoden: Heizelement-Stumpfschweißen und Heizwendelschweißen
  • Netzwerk bei laufendem Betrieb erweiterbar durch passende Fittinge
  • Abquetschen möglich
  • Verlegung unter befahrenen Straßen und Wasserläufen
  • Alternative Verlegeverfahren ohne Sandbett

Alternative VErlegeverfahren

Horizontalspülbohrverfahren

Diese Verlegungstechnik ist besonders umweltfreundlich, da sie nur minimale ökologische Schäden verursacht, die auf die Punkte in unmittelbarer Nähe des Systems beschränkt sind. Verschiedene Faktoren sprechen auch für den Einsatz dieser Richtbohrtechnik selbst in urbanen Gebieten: Die Technik ist der offenen Verlegung im Hinblick auf Bauzeiten und -kosten, Genehmigungsverfahren, Erdverdrängung, Oberflächensanierung und Verkehrsunterbrechungen überlegen.

Erdverdrängungsverfahren mit nicht gesteuerten Verdrängungshämmern

Das Erdverdrängungsverfahren hat sich seit drei Jahrzehnten als Technik für die unterirdische Rohrverlegung bewährt. Mit einem pneumatisch betriebenen Verdrängungshammer wird ein unterirdischer Hohlraum erzeugt, in den lange Kunststoff- oder Metallrohre bis zu DN 200 eingeführt werden, vorzugsweise ohne Muffenden. Die Rohre werden in Längen von bis zu 40 m eingeführt, abhängig vom Boden; diese geschieht entweder gleichzeitig oder in einem zweiten Arbeitsschritt. Diese Technik ermöglicht das grabenlose Überqueren von Verkehrswegen, Gebäudeanschlüsse, die Vorbereitung von Verankerungen, das Umgehen von Hindernissen und andere Maßnahmen.

Dynamische Rammverfahren mit nichtgesteuerten Rammen

Für den dynamischen Rohrvortrieb im Rammverfahren werden pneumatisch arbeitende Rohrvortriebsmaschinen eingesetzt. Damit können offene Stahlrohre als Mantel- oder Produktrohre bis 4000 mm Durchmesser über Längen bis 80 m in den Bodenklassen 1-5 (bedingt sogar in Bodenklasse 6 - leicht lösbarer Fels) besonders wirtschaftlich ohne Presswiderlager unter Gleisanlagen, Autobahnen und Flüssen vorgetrieben werden.

Das Pflugverfahren

Die Pflugtechnik wird seit den 1970er Jahren erfolgreich für die Verlegung von Strom- und Telefonleitungen eingesetzt. Es ist besonders geeignet für große, offene Abschnitte in ländlichen Gebieten, wo große Rohrleitungslängen erforderlich sind.

Das Pflugverfahren kann jedoch auch für kürzere Distanzen und für Leitungen in weniger gut zugänglichen Bereichen angewendet werden. Das Verlegen solcher Leitungen auf stark geneigten Flächen und das Überqueren von Gewässern (mit Wassertiefen von bis zu 1,20 m) stellt dank der Pflugform mit vier in allen Richtungen verstellbaren Auslegern kein technisches Problem dar.

Burstlining

Das Burstlining-Verfahren ist eine bewährte Technik, die nach den aktuellsten allgemein anerkannten technischen Normen angewendet wird. Die Berstmaschine fährt durch die Altleitung, zertrümmert sie mit ihrer dynamischen Stoßenergie und verdrängt die Scherben in das umgebende Erdreich. Gleichzeitig wird ein neues Rohr mit dem gleichen oder einem größeren Durchmesser eingezogen. Der alte Bohrungsverlauf muss für die neue Pipeline nutzbar sein. Seitliche Anschlüsse oder Krümmungen müssen für eine sichere, dichte und professionelle Verbindung geöffnet werden. Der Boden um die alte Rohrleitung muss verdrängbar sein und der Abstand zu bestehenden Leitungen sollte > 0,5 m betragen.