VESTAMID® in Kraftstoffleitungen  

DER PIONIER seit 50 Jahren


Seit mehr als 50 Jahren wird VESTAMID® von namhaften Automobilherstellern erfolgreich als Material für Kraftstoffleitungen genutzt. Es ist weltweit das am meisten eingesetzte Polyamid 12 in diesem Anwendungsbereich. Gleichbleibend hohe Produktqualität, Liefertreue und exzellenter Service sowie innovative Lösungen bei der Weiterentwicklung unserer Rohrformmassen haben dazu beigetragen, diese Position zu erringen und zu halten.


Auf die unterschiedlichen Anforderungen in den Spezifikationen der verschiedenen Automobilhersteller haben wir mit der Entwicklung einer Reihe fein abgestufter Extrusionsformmassen reagiert. Sie unterscheiden sich überwiegend in Flexibilität und Berstdruck, zum Teil auch in der Kälteschlagzähigkeit. Je nach Modifizierung verändert sich dabei die Sperrwirkung gegenüber der Permeation von Kohlenwasserstoffen. Die von vielen Automobilherstellern als Qualitätskriterium herangezogene Bruchdehnung der Rohre hängt im Wesentlichen von den Verarbeitungsbedingungen und der Kalibrierprozedur ab. Bei sachgemäßer Extrusion sind die geforderten Werte problemlos zu erreichen.



Grundsätzlich sind die meisten für Kraftstoffleitungen vorgesehenen VESTAMID® Formmassen sowohl für Vergaserkraftstoffe als auch für Dieselkraftstoffe geeignet. Um den insbesondere in Fahrzeugen europäischer Hersteller steigenden Motorraumtemperaturen stand zu halten, haben wir darüber hinaus hochtemperaturbeständige Formmassen entwickelt. Diese sind speziell für den Einsatz in entweder Benzin- oder Dieselsystemen konzipiert und sollten daher auch nur entsprechend eingesetzt werden. Beispiele hierfür sind VESTAMID® LX9008 und VESTAMID® LX9013.

MEHRSCHICHTROHRSYSTEME REDUZIEREN KOHLENWASSERSTOFFEMISSIONEN
Mehrschichtrohre

Ende der 80er Jahre begann in Europa und USA die Entwicklung mehrschichtig aufgebauter Kraftstoffleitungen. Auslöser dafür waren die zunehmend strengeren Anforderungen der US Behörden CARB und EPA an die Reduzierung von Kohlenwasserstoff-Emissionen aus dem Betrieb von Kraftfahrzeugen. Insbesondere für alkoholhaltige Kraftstoffe weisen Mehrschichtrohre im Vergleich zu Monorohren eine um 1 bis 2 Größenordnungen verringerte Kraftstoffpermeation auf.

Auch die Forderung nach leitfähigen Kraftstoffleitungen erlangt immer mehr an Bedeutung. Bisher wird der Einsatz leitfähiger Kunststoffrohre für Vor- und Rücklaufleitungen verbindlich von US-Automobilherstellern gefordert, aber auch japanische und koreanische sowie einzelne Hersteller in Europa folgen diesem Trend. Die technischen Anforderungen und Randbedingungen hierzu werden im Detail in der SAE J1645 beschrieben.

Evonik hat nicht nur auf die gestiegenen Anforderungen reagiert, sondern wegweisende neue Werkstoffkombinationen entwickelt. Unsere Formmassen sind so optimiert, dass sie mit vergleichbarer Geschwindigkeit wie Monorohre extrudiert werden können. Da sie zum Teil auf Haftvermittler verzichten und nahezu ohne Änderung mit den für Monorohre bekannten Techniken zu konfektionieren sind, ist der technische Aufwand bei der Einführung von Mehrschichtrohren begrenzt. Darüber hinaus ermöglicht unser weites Spektrum an Formmassen für Mehrschichtrohre, spezielle Systeme nach Kundenanforderung zu entwickeln.


Ausgasungsarme Mehrschichtrohrsysteme


Mit den Mehrschichtrohrsystemen 4800 und 4900 antwortet Evonik auf neue Anforderungen der Automobilindustrie – auswaschungsarme Benzinleitungssysteme. Beide Systeme besitzen extraktarme VESTAMID® Polyamid-Innenschichten und zeigen einen signifikant reduzierten Gehalt an auswaschbaren Substanzen. 

DICHTE VERBINDUNGEN ÜBER QUICK CONNECTOREN AUS VESTAMID®
Schnellkupplung

Zur kostengünstigen, schnellen Verbindung von Kraftstoffleitungen dienen Quick Connect Fittings. Unsere Produktpalette umfasst verstärkte und unverstärkte VESTAMID® Formmassen, die auch in elektrisch leitfähiger Ausstattung vorliegen. Leitfähige Anbindungselemente werden zunehmend in den USA und Japan gefordert.
Für die höher temperaturbeständigen Kraftstoffleitungen bieten wir entsprechende Steckverbinder-Formmassen auf Basis Polyamid 612 an. Auch stehen Formmassen für geschweißte Anbindungen zur Verfügung: Durch die stoffschlüssige Verbindung von Kraftstoffleitung und Verbindung wird die Dichtigkeit weiter erhöht.

Aus Polyamid 612-Formmassen unserer VESTAMID® D-Reihe werden auch Retainer gefertigt, die in vielen Schnellverbinder-Konstruktionen verwendet werden.

Für Kraftstoffsysteme werden nicht nur Schnellverbinder, sondern auch verschiedene Abzweigungen und Ventile aus VESTAMID® hergestellt. Über die in der Tabelle dargestellten Formmassen hinaus stehen auf Anfrage weitere Spezialtypen zur Verfügung.


Kraftstofffilter-Endscheiben aus VESTAMID® dienen auch als Dichtelement

Bei Kraftstofffiltern ist vor allem Beständigkeit gegen Kraftstoff gefragt. Filter-Endscheiben aus VESTAMID® L1723 bieten neben der hervorragenden Beständigkeit ausgezeichnete Flexibilität. Bei einer entsprechenden Konstruktion dienen sie als Dichtelement, so dass auf zusätzliche O-Ringe verzichtet werden kann. Darüber hinaus sind sie sehr gut mit dem Filtermaterial verschweißbar, das zumeist aus VESTODUR® X7065 besteht, einer Polybutylterephthalat-Formmasse von Evonik.

Anwendungstechnik

MEHR ALS NUR WERKSTOFFENTWICKLUNG

Seit Beginn unserer Arbeiten an Formmassen für Rohrleitungssysteme haben wir uns in internationalen Ausschüssen daran beteiligt, Spezifikationen und Prüfverfahren für Leitungen und Baugruppen zu entwickeln und zu verbessern. Mit diesem Wissen unterstützen wir unsere Kunden bei ihren Entwicklungen, beispielsweise bei Kraftstoff-Permeations-Messungen und Prüfverfahren zur Bestimmung der Schichtenhaftung. Unsere entsprechenden Einrichtungen zur Fertigung und Prüfung gerader oder gewellter Mehrschichtrohre stehen unseren Kunden dabei in angemessener Weise zur Verfügung.